Ordo Franciscanus Saecularis OFS
Die franziskanische Gemeinschaft besteht schon seit mehr
als 776 Jahren, bis vor kurzem unter dem Namen Dritter Orden des hl. Franziskus.
Wir sind eine Gemeinschaft die für alle offen ist, ob
Laien (Männer und Frauen), Diakone, Priester und Bischöfe, und sie formt den
einzelnen für sein Leben in Familie, Beruf, in Kirche und Welt. Sie gibt
Gelegenheit, die geschwisterliche Begegnung zwischen Menschen
verschiedener Herkunft, Bildung und Stellung einzuüben. Die Mitglieder sind
nicht auf bestimmte Aufgaben festgelegt. Sie möchten kirchliche Dienste
übernehmen und Zeugnis geben durch ihr Leben, auch und vor allem in der
jeweiligen Ortskirche.
Die Schwestern und Brüder der Gemeinschaft wohnen
nicht gemeinsam, sondern mit ihren Familien, oder allein. In vielen Gemeinden
bestehen kleinere Gruppen, die über die monatliche Versammlung hinaus zu Gebet,
Franziskusabenden, Austausch oder Arbeit (Planungen) zusammenkommen.
Wir sind eine kirchlich anerkannte Gemeinschaft (FG). Papst Paul VI. bestätigte 1978 (die erneuerte Regel bestätigte
Johannes Paul II. 1990) unsere Regel, die den Forderungen des Zweiten Vatikanums angepasst ist.
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Kennzeichen unserer Lebensweise (Segensgebet des hl. Franziskus, "Das Tau")
- ganz auf Gott ausgerichtet;
- dem Evangelium verpflichtend;
- den Spuren Christi folgend;
- als Mensch in der Kirche;
- bewusst einfach und arm;
- den Ausgegrenzten unserer Zeit zugewandt;
- den Frieden bringend;
- der Schöpfung verbunden;
- mehr durch Taten als durch Worte predigend;
- als Schwester und Bruder unter den Geschwistern.
Segensgebet
des hl. Franziskus
(vgl. Segen
Aarons, Num 6, 22-26)
Der Herr segne und behüte dich.
Er zeige dir sein Angesicht und erbarme sich deiner.
Er wende dir sein Antlitz zu
Und gebe dir den Frieden.
Der Herr segne dich.Amen.
Das
Tau (T) ist der letzte Buchstabe im
jüdischen Alphabet. Als Unterschrift und Beglaubigungszeichen wird es im Alten
Testament gebraucht. Als christliches Kreuzsymbol nimmt es Franz von Assisi
wieder auf und verwendet es als Segenszeichen, oft in Verbindung mit dem Wort „Der Herr segne dich“. In diesem Sinn dient es auch heute franziskanischen Gemeinschaften als verpflichtendes Symbol.
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Eine Gemeinschaft von Christen sein, die nach dem
Auftrag und Beispiel des hl. Franz ein Leben nach dem Evangelium führen.Wir mühen uns täglich, dem Wort Gottes zu begegnen
und so mit dem Geheimnis Christi vertraut zu werden. Wir sprechen einzeln oder
gemeinsam das Gebet unserer Gemeinschaft.Wir bilden eine Gemeinschaft von Schwestern und
Brüdern, die zu einer geistigen Familie zusammenwachsen, einander in Liebe
begegnen und sich gegenseitig beistehen.Wir nehmen uns besonders der Einsamen und
Bedürftigen an, um Heimat und Geborgenheit zu schenken. Wir wollen eine Gemeinschaft verantwortungsbewusster
Glieder der Kirche sein, die in ihrem Leben, wo immer sie sind, Zeugnis geben
für ihren Glauben.
Wie sich unsere Gemeinschaft aufbaut
Die Mitglieder eines Ortes oder Gebietes schließen sich zu einer Gemeinde zusammen, der ein geistlicher Assistent zur Seite steht. Die Gemeinde ist einem größeren ganzen, der Region, zugeordnet. Die Regionen wiederum sind in einer nationalen Dachorganisation zusammengefasst.Wir sind beheimatet in allen Kontinenten und haben unsere gemeinsame Zentrale in Rom.
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Wie wir arbeiten
Der Schwerpunkt unserer Bemühungen liegt in der geistlichen Bildung. Diese wird vermittelt in den Versammlungen der Gemeinde, in eigenen Bibelkursen und Gruppengesprächen, in Familienrunden, Exertitien, Einkehrtage und durch diverse franziskanische Schriften. Die Spiritualität soll uns zur Mitarbeit in Kirche und Welt befähigen. Die Veranstaltungen der Franziskanischen Gemeinschaft stehen auch Nichtmitgliedern offen.
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Alle, die sich vom Ideal des hl. Franziskus angesprochen fühlen, eine Gemeinschaft Gleichgesinnter suchen und zugleich anderen ihren eigenen Dienst anbieten wollen.
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Alle Franziskaner-, Kapuziner- Minoritenklöster und die Klöster des T.O.R., alle Gemeinden der Franziskanischen Gemeinschaft OFS.
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Der Weg zu uns
Die Entscheidung, Schwester oder Bruder zu werden, ist eine sehr ernste Entscheidung. Wer sich zu den franziskanischen Grundprinzipien bekennt, wird erkennen, dass sich in unserer Gemeinschaft eine zeitgemäße Aufgabe verbirgt. Alle Fragen, besonders die zentralen Themen des nächsten Jahrhunderts, Glaube, Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung werden in Vorträgen, Bibelrunden und Diskussionen ausführlich behandelt.
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Der Drei-Stufen-Weg zur FRANZISKANISCHEN GEMEINSCHAFT
1.
Bewerber. Der/Die Bewerber/in bringt den Wunsch, in die franziskanische Gemeinschaft aufgenommen zu werden, vor dem Vorstand klar zum Ausdruck. Dabei verspricht er/sie, sein/ihr Leben nach dem heiligen Evangelium auszurichten. Mit seinem/ihrem Versprechen und der Zusage des Vorstandes, ihn/sie aufzunehmen, ist er/sie in die Gemeinschaft als Bewerber/in aufgenommen. Bis zur feierlichen Ablegung seiner/ihres Versprechens gilt seine/ihre Mitgliedschaft als Probezeit.
2.
Aufnahme. Die Aufnahme beginnt im feierlichen Rahmen einer Eucharistiefeier (oder Gottesdienst). Dabei bekräftigt der/die Bewerber/in nochmals feierlich seinen/ihren Entschluss, der franziskanischen Gemeinschaft beizutreten. Die Dauer der Einführungszeit ist mindestens ein Jahr und beträgt höchstens drei Jahre. Die Aufnahme gilt als Probezeit.
3.
Versprechen. Nach der Einführungszeit (Aufnahme) erfolgt das feierliche Versprechen im Rahmen einer Eucharistiefeier (öffentliches Versprechen), sein/Ihr weiteres Leben nach dem Evangelium auszurichten. Mit den Versprechen wird der/die voll in die Gemeinschaft integriert. Er/Sie ist damit verpflichtet, seine/ihre Begabungen und Fähigkeiten, soweit es ihm/Ihr in dem Stand, in dem er/sie sich befindet, möglich ist, in die Gemeinschaft und in die Kirche einzubringen. Das Versprechen ist ein Entschluss auf Lebenszeit.
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Geschwisterliche Liebe
Glücklich
der Mensch
Der
seinen Nächsten trägt
In
seiner ganzen Gebrechlichkeit
Wie
er sich wünscht
Von
jenem getragen zu werden
In
seiner eigenen Schwäche
Glücklich
der Knecht
der
seinen Bruder ebenso liebt
Wenn
er krank ist und es ihm nicht vergelten kann
Wie
wenn er gesund ist und es ihm vergelten kann
Glücklich
der Knecht
Der
seinen Bruder ebenso liebt und fürchtet
Wenn
er entfernt ist
Wie
wenn er bei ihm ist
Der
nichts hinter seinen Rücken sagt
Was
er vor ihm in Liebe nicht sagen könnte
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