Der Spielmann Gottes
Der Herr behütet die einfachen Herzen; ich war in Not, und er brachte mir Hilfe. Komm’ wieder zur Ruhe, mein Herz, denn der Herr hat dir Gutes getan (Ps 116,6j Wie der Psalmist schrieb, so ging es mir auf der Suche nach einer Gemeinschaft gleichgesinnter Christen, ich fand sie, eine Gemeinschaft, Schwestern und Brüder, die den Fußspuren des hl. Franziskus folgten, die Tertiaren des hl. Franziskus (3. Orden). Die folgenden Zeilen mögen in Suchenden, wie auch ich einer war und bin, die nötige Neugier erwecken. Eine gelebte Gemeinschaft sollte für jeden glaubenden Christen, Rückhalt, Orientierung und Kraftquelle sein.
Der
hl. Franziskus zählt zu den bekanntesten Heiligen der Christenheit. Ein Mensch,
der bereits zu seiner Lebenszeit große Verehrung erfahren hat. Nicht nur durch
seine Erzählungen und Legenden, die sich um sein Leben ranken, haben dazu
beigetragen, dass Franziskus, der Poverello, wie er genannt wurde, große
Bekanntheit erlangte. Franziskus legte ein gelebtes Zeugnis für das Evangelium
Christi ab. Wie bei Christus war sein Platz bei den Rechtlosen, Armen, Unterdrückten
und Außenseitern. Die Mitbrüder, die sich bald um Franziskus sammelten, lebten
ebenfalls in Armut und Besitzlosigkeit Die Weggefährten des Franziskus kamen
aus dem Volk und sie standen auch auf der Seite des Volkes. Ihre Zuwendung galt
ebenfalls den verachteten Leuten, den Armen, Schwachen, Kranken, Aussätzigen
und am Wege Bettelnde.
Franziskus
musste offenbar eine große Ausstrahlung gehabt haben. Er beeindruckte die
Menschen auch durch sein Leben im Einklang mit der Natur und ihren Geschöpfen.
Ein Apostel der Umwelt, kann man heute sagen. Franziskus sah auch bald ein, dass
es Schwestern und Brüder gab, die verheiratet waren bzw. eine Famille hatten,
die ein geregeltes Familienleben führten und für den Unterhalt aufkommen
mussten, Ehelosigkeit und Besitzlosigkeit in ihrer Christusnachfolge war daher
nicht möglich.
Franziskus
schrieb 2 Briefe an die Schwestern und Brüder der Busse. In der Folge entstand
der Dritte Orden des hl. Franziskus. Armut, Liebe und Keuschheit aus dem
jeweiligen Stande waren und sind bis heute die drei Haltungen eines Franziskaner
-Tertiaren.
Franziskus
stellte sich ganz der Härte des Lebens eines Wanderpredigers, Bettelmönches
und Eremiten. Diese Lebenshaltungen geben uns einen Blick auf seine völlige
Anspruchslosigkeit, er verzichtete auf jede Form von Ansehen und Macht.
Franziskus war auch kein Theologe, denn sein Glaube war schlicht und seine Frömmigkeit
tief. Er schöpfte aus den Evangelien, indem der Kernsätze herausnahm und sie
zur Regel für seine Mitbrüder machte. Die Worte des Herrn Jesus Christus
wurden weder gemildert noch entschärft. Hochthelogisches (vertheologisiertes)
Denken und Handeln waren ihm fremd. Die Ordensregel und das Evangelium waren
eine Einheit.
Franziskus schrieb: ,, Der Höchste selbst offenbarte mir, dass ich nach der Form des heiligen Evangeliums leben müsse. Viele kamen, um das Leben zu empfangen. Sie gaben alles, was sie gerade hatten, den Armen. Sie waren zufrieden mit einer einzigen Kutte, innen und außen geflickt" Franziskus verstand sich als Sünder, als ein Mensch, den nur das Erbarmen Gottes retten könnte. Die wichtigsten Stationen seines langen Bekehrungsweges waren: ,,Gefangennahme im Krieg gegen Perugia, Pilgerreise nach Rom-Vatikan (Hier sah Franziskus, Heuchelei, Falschheit usw.) die Umarmung eines Aussätzigen, die Rückgabe seines Gewandes (Besitzes) an seinen leiblichen Vater, San Damiano, die Sammlung von zwölf Brüder (Weggefährten).“ Am Ende seines Lebens kehrte Franziskus in die Einsamkeit Umbriens zurück; in die Einsiedelei Greccio, nach Carceri und auf den Berg La Verna, wo Franziskus die Wundmale des Herrn empfing. Seine Körperkräfte ließen nach. Malaria, Gicht, Magen, Leber und Darmgeschwüre setzten ihn zu, ein Augenleiden führte fast zur Erblindung.
Um
Franziskus näher zu kommen, bleiben seine Schriften, geistliche Betrachtungen
und Lieder, die im Sonnengesang gipfeln.
Franziskus starb am 3. Oktober 1226, auf seinen Wunsch hin auf dem Steinboden
seiner Zelle. Seine letzte Kutte hatte er zuvor verschenkt.
In
der Drei-Gefährten-Legende" heißt es: ,,Franziskus erschien in der Welt
wie ein neues Licht. Beim Aufgang der Sonne die Welt gewissermaßen in Frost
erstarrt Seine Worte und Taten waren wie ein schönes Leuchten. Die Wahrheit
strahlte auf, die Liebe entflammte, die Tugend erweckte ein neues Leben. Wie ein
Garten mit fruchtbeladenen Bäumen erblühten drei Genossenschaften, die er gründete.
Er war wie der Einzug des Frühlings in eine kalte Welt.“
Pax et Bonum
Michael Welleditsch
Wo Liebe ist und Weisheit,
da ist nicht Furcht noch Unwissenheit.
Wo Geduld ist und Demut,
da ist nicht Zorn noch Verwirrung.
Wo
Armut ist mit Fröhlichkeit,
da
ist nicht Habsucht noch Geiz.
Wo
Ruhe ist und Betrachtung,
da ist nicht Aufregung und unsteter
Geist.
Wo Erbarmen ist und rechtes Urteil,
da ist nicht Übermaß noch Verhärtung.
Hl. Franziskus
Solche
und ähnliche Ermahnungen und Lieder können alle meine
Brüder wenn es ihnen gefällt allen Menschen verkünden mit dem Segen Gottes:
Fürchtet und
verherrlicht
Lobt und segnet (1 Thess
5,18)
Betet an
Den Herrn
Dankt dem allmächtigen
Gott
In der Dreiheit und der
Einheit
Dem Vater dem Sohn und
dem Heiligen Geist
Dem Schöpfer aller Dinge
Bringt würdige Früchte
eurer Buße hervor (Lk 3,8)
Denn wir werden bald
sterben
Gebt und euch wird
gegeben (Lk 6,38)
Vergebt und euch wird
vergeben (Lk 6,37)
Wenn ihr den Menschen
nicht ihre Schuld vergebt (Mt 6,14)
Bekennt all eure Schuld (Jak
5,16)
Glücklich die in Buße
sterben
Sie werden im Reich des
Himmels sein
Weh jenen die nicht in Buße
sterben
Sie werden Söhne des
Teufels sein
Dessen Werke sie tun (Jo
8,41)
Sie werden ins ewige
Feuer kommen
Nehmt euch in acht
Hütet euch vor allem Bösen
Haltet aus im Guten bis
zum Ende