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Franciscans International
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Leprahilfe
Franziskus und die Freude
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Tagesordnung
Freitag, 6. Juni
14 Uhr: Eintreffen
der Teilnehmer
15 Uhr: Eröffnung, Begrüßung und Einführung
15:30 Uhr: Referat von P.
Clemens Prieth OFM
Grundthema: „Franziskus und die Freude“
16 Uhr: Pause
16:30 Uhr: Jubiläumsfeier 25 Jahre Leprahilfe der
Franziskanischen Gemeinschaft Österreichs mit Br. Alois Haidvogl
18 Uhr: Abendessen
19:30 Uhr: Eucharistiefeier mit P. Erhard Mayerl
OFMCap
Samstag, 7. Juni
7:30 Uhr: Morgenlob
8:00 Uhr:
Frühstück
9:00 Uhr: Statements von P. Matthias OFM über
FIÖ
Br. Alois Neubauer über die Osteuropahilfe
der FGÖ
10.00 Uhr: Pause
10:15 Uhr: FGÖ Bildungsbericht
11:00 Uhr Gruppengespräch "Franziskus und die Freude"
12:00 Uhr: Mittagessen
14:30 Uhr: Vorstellung der Kandidaten
15:00 Uhr: Wahlkapitel für die Delegierten
17:00 Uhr: Festgottesdienst
18:30 Uhr: Abendessen
20:00 Uhr: Gemütliches Beisammensein
Sonntag, 8. Juni
7:30 Uhr: Laudes
8:00 Uhr: Eucharistiefeier mit Nat. Ass P. Clemens
Prieth OFM
8:30 Uhr: Frühstück
9:30 Uhr: Visionen des
neuen Nationalvorstandes
anschließend Pause
11:00 Uhr: CIOFS Botschaft
12:00 Uhr: Mittagessen
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Und alles, was in dieser trügerischen und verwirrenden Welt
ihre blinden Liebhaber verstrickt, schiebe völlig beiseite und
liebe ganz den, der sich Dir ganz hingibt, damit du ihn liebst,
ihn,
dessen Schönheit Sonne und Mond bewundern,
dessen Geschenke, dessen Köstlichkeit
und dessen Größe kein Ende nehmen (Ps 144,3)
ihn,
den Sohn des Allerhöchsten
den die Jungfrau gebar
nach dessen Geburt sie Jungfrau blieb. (3 A 15-18)
hl. Klara |
SCHWESTERN UND BRÜDER!
Das Motto des Nationalkapitels der Franziskanischen Gemeinschaft 2003 lautet
„Franziskus und die Freude“
Schon die Zeitgenossen haben Franziskus den "Bruder Immerfroh" genannt.
Worin bestand seine Freude?
Celano schreibt: " Als ihm vom Herrn gezeigt worden war, was er tun solle,
ergriff ihn solche Freude, dass er sich vor Jubel nicht mehr beherrschen
konnte. Dabei erfasste die Freude bei Franziskus Herz und Leib. Der ganze
Mensch wurde zum Ausdruck der Freude. Manchmal hob er auch ein Holz vom
Boden auf und legte es über seinen linken Arm, nahm dann einen kleinen, mit
Faden gespannten Bogen in seine Rechte und führte entsprechende Bewegungen
aus und sang in französischer Sprache vom Herrn".
Das Hohelied der Freude, der Sonnengesang, der alle Freude an der Natur und
alle übernatürlichen Freuden ineinander fließen lässt, dichtete Franziskus
in San Damiano "als er wegen verschiedenartigen Beschwerden seiner
Krankheiten als gewöhnlich ermattet war" und als ihm der Herr "mit
Sicherheit und Gewissheit das Erbteil an diesem Reich verheißen hatte". Ein
schwerkranker, von Schmerzen gepeinigter, fast erblindeter Mann hat dieses
Preislied auf die Geschöpfe und ihren Schöpfer gedichtet.
Als Christen stehen wir in einer Spannung zwischen erhofften Heil und dem
gegenwärtigen Leid. Dem Glaubenden ist keine leidlose Existenz verheißen.
Der Glaube überspringt und überspielt nicht die negativen Seiten dieser
Welt.
Christliche Freude, die aus dem Glauben entspringt, bewirkt, dass alles Leid
und alle Traurigkeit auf andere Weise erfahren werden. Freude muss sich
nicht immer in Jubel kundtun. Oft ist sie so verhalten, dass man eine andere
Bezeichnung vorzieht: Gewissheit oder Zuversicht, oder Friede, der tief
unter allen Zweifeln und allem Leid das Dasein als ganzes trägt und
bestimmt.
Für den gläubigen Menschen und für Franziskus bedeutet das Erfahren der
Freude: Erfahrung der Nähe Gottes. Er erfährt, dass Gott ihn an sich zieht;
Gott, der ihm Zuversicht und Sicherheit gibt, der ihn zum ewigen Einssein
mit sich bestimmt hat. Das ist die Quelle der Freude bei Franziskus.
Möge diese Freude Euch alle an diesen Pfingsttagen erfüllen, dass wir sie
dann weiterschenken können an eine oft so freudlose Welt; das wünscht Euch
Br. Alfred Stephan
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25 JAHRE LEPRAHlLFE DER
FRANZISKANISCHEN GEMEINSCHAFT ÖSTERREICHS
1. WAS IST LEPRA (DER AUSSATZ)?
Der Aussatz ist die älteste bekannte Geisel der Menschheit. Erste Nachricht
bereits vor 3000 Jahren im 3.Buch Moses. Später dann in den Evangelien.
(Jesus heilt Aussätzige.) Nach Europa kam die Krankheit durch die Römer,
später dann durch die Kreuzritter. Früher gab es große Vorurteile: Der
Aussatz war Schande, Fluch der Hölle, Strafe Gottes, lebender Tod. Daher
waren die Aussätzigen rechtlos, verbannt, verstoßen. Einziges Mittel
dagegen war die Absonderung, die "Aussetzung".
Es gibt zwei Arten der Lepra: Tuberkuloide Lepra. Sie ist gutartig, heilt
oft selbst. Lepramatöse Lepra. Sie ist bösartig, sehr ansteckend. Dazwischen
gibt es Mischformen.
Der Aussatz ist weltweit verbreitet, es sind nur Schätzungen möglich. Diese
liegen zwischen 2 und 15 Millionen Leprakranke. Wahrscheinlich zwischen 10
und 12 Millionen. Lepra ist eine Krankheit der Armen, daher größte
Verbreitung im afrikanischen Busch und in den Elendsgebieten Asiens und
Lateinamerikas. Beste Hilfe ist daher die Verminderung der Armut durch
ausreichende Ernährung und gesunde Hygiene.
2. UNSERE LEPRAHILFE
Sie geht auf den heiligen Franziskus von Assisi zurück, der den letzten
Anstoß zu seiner Umkehr durch die Begegnung mit einem Aussätzigen erhielt.
In seinem Testament schrieb er darüber: "Als ich noch in der Welt lebte, war
mir der Anblick eines Aussätzigen zuwider. Da führte mich der Herr selbst
unter sie und ich übte Barmherzigkeit an ihnen".
So wie sich Franziskus nach dieser Begegnung voll der Aussätzigen annahm,
tun dies auch seine Nachfolger. Auch die Franziskanische Gemeinschaft, der
frühere Dritte Orden, sorgte immer für die Aussätzigen. Um diese Hilfe zu
vergrößern, fasste der Nationalvorstand der FGÖ am 11. Februar 1978 den
Beschluss, mit unserer Aussätzigen-Hilfe in die Öffentlichkeit zu gehen. Von
Mai bis Juli 1978 lagen zum ersten Mal unsere Spendenerlagscheine in allen
österreichischen Postämtern auf.
Der Erfolg ist großartig. 4,65 Millionen Euro (d.s. rund 64 Millionen
Schilling) konnten wir in diesen 25 Jahren an die von uns unterstützten
Leprastationen überweisen.
3. UNSERE HILFELEISTUNGEN.
Wir haben bisher 20 Leprastationen in elf Ländern in Afrika, Asien und
Lateinamerika unterstützt. Das Wichtigste war die medizinische Betreuung und
der Lebensunterhalt der Aussätzigen und deren Familien. Daneben haben wir
finanziert: Wohnraumbeschaffung, verschiedene Fahrzeuge, Schul- und
Berufsausbildung der Kinder, Arbeitsbeschaffung und Aufbau einer
Landwirtschaft zur Selbstversorgung und Wiedereingliederung, Wasser- und
Elektrische Versorgung, Maismühlen, Krankenhausbau, sanitäre Anlagen,
Laboreinrichtungen, Rollstühle und vieles andere. Wie notwendig unsere
Hilfe ist und wie dankbar die Leprakranken und ihre Betreuer für diese Hilfe
sind, soll ein Auszug aus einem der vielen Dankbriefe zeigen.
So schreibt Sr. Maria-Paula aus dem Lepradorf Nazareti in Ifakara in
Tanzania:
„In den Medien wird viel von Hass und Krieg berichtet. Aber die
franziskanische Friedensarbeit der FGÖ zusammen mit vielen wohlgesinnten
Spendern in Österreich geschieht im Stillen. Was könnten wir hier unter den
benachteiligten Aussätzigen tun ohne Eurem selbstlosen Einsatz?
Der Herrgott möge Euch Eure Hilfe reichlich vergelten!“
Br. Alois Haidvogl
ZWÖLF JAHRE OSTEUROPAHILFE
Br. Alois Neubauer berichtete kurz von den Erfolgen und Tätigkeiten der
vergangenen Jahre „Osteuropahilfe“.
Br. Alois bedankte sich bei allen Schwestern und Brüdern, die mit
Sachspenden sowie Geldspenden in den letzten Jahren der Osteuropahilfe große
Hilfe haben angedeihen lassen. Abschließend sagte Br. Alois „ Es kann nie
genug gespendet werden, denn Not, Elend und Krankheit sind Geiseln der
unvollkommenen Menschheit, die der Erlösung unseres Herrn Jesus Christus
bedürfen“.
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Franziskus und die FREUDE Für Franziskus gelten viele Bezeichnungen. Er geht den Weg der evangelischen Armut,
ist ein Apostel des Friedens, bewahrt sich eine kindlich -liebenswerte Art. Aber das, was durch Jahrhunderte hinweg den Heiligen strahlend macht, ist vor allem seine Heiterkeit. Sie wirkt wie die Sonne, wie ein Frühling. Es ist nicht der Humor allein, nicht das fröhliche Naturell, sondern eine strahlende Freude. D.i. der Cantus firmus seines Lebens. unabhängig von Anerkennung oder Spott, von Gesundheit oder Krankheit. Noch als schwer Leidender und als Erblindeter preist er 1 Gott im Sonnengesang für das Licht der Sonne.
Man hat ihm den Titel Seraphicus gegeben. Seraphische Freude zeichnet ihn aus. Das Wort seraphisch kann man übersetzen mit feurig, brennend. Die Liebe Gottes brannte in ihm, war ihm gleichsam eingebrannt in Fleisch und Blut.
1. Ursprung der Freude.
Seine Freude entspringt der Quelle Gottes bzw. Jesus Christus. In Portiunkula hört er das Evangelium von der Aussendung der Jünger. Dann klatscht er voll Freude in die Hände: "Das ist, das will ich von Herzen gern tun."
1 Cel. 22: "Der hl. Vater machte sich, von Freude überströmend, eilig an die Ausführung der heilsamen Mahnung." Franziskus verwendet für seine Gotteserfahrungen den Ausdruck DOLCEZZA, der sich im Deutschen kaum wiedergeben läßt: Süßigkeit, Zärtlichkeit, Glückserfahrung.
Das erste Mal kommt der Ausdruck vor nach der ersten mystischen Erfahrung: Franz ist als König der Jugend gekrönt und zieht mit seinen Jugendfreunden nachts durch Assisi, bleibt zurück und ist plötzlich von einem solchen Glücksgefühl erfasst, dass er sich nicht mehr von der Stelle rühren kann. Das zweite Mal in der Begegnung mit dem Aussätzigen, den er küsst. Er schreibt dazu in seinem Testament von der dolcezza:
WAS mir vorher zum Ekel war ist mir zur Süßigkeit für Leib und Seele geworden."
Thomas v. Celano spricht oft von der Begegnung des Heiligen mit Gott, manchmal mitten auf dem Weg. Er nennt sie "Heimsuchungen". Oder er schreibt: "Im Gebet...besprach er sich mit seinem Freunde, spielte er mit seinem Bräutigam." (II,95)
!Bald zieht er durch die Wälder und erfüllt das Gehölz mit Singen und jubeln. Er konnte mit einem Stück Holz und einem Stock das Geigenspiel nachahmen. Noch im Bischofspalast von Assisi ließ er sich von einem Bruder zu seinem und der Palastwache Freude aufspielen, bis Br. Elias ihm erklärte, daß es sich für ihn als Todkranken nicht mehr schicke. Wie ein Trubadur sang er Liebeslieder; nur der Inhalt dieser Lieder ist nicht mehr ein Lob auf schöne Frauen, sondern auf den, der allen Lobes würdig ist: Du bist die Minne, Du bist aller Reichtum zur Genüge! Die drei Gefährten erzählen, dass Franz von Räubern im Wald umstellt wurde: "Wer bist du?" “Ich bin der Herold des großen Königs!“ Sie verprügeln ihn als Wegelagerer und werfen ihn in den Straßengraben voll Schnee, dann gehen sie lachend weiter. Der Geschundene steigt aus dem Graben und geht singend weiter. Er betonte: “Was sind denn Diener Gottes anderes als seine Sänger, deren Aufgabe es ist, die Herzen nach oben zu ziehen und sie mit geistlicher Freude zu erfüllen.“
In der 20. Ermahnung steht: "Selig jener Ordensmann, der nur an den hochheiligen Worten und Werken des Herrn seine Wonne und Freude hat und dadurch die Menschen mit Fröhlichkeit und Freude zur Liebe Gottes führt." Walter Nigg betont, dass für diese Freude des Heiligen nicht sein Naturell ausschlaggebend war, sondern den Bruch mit der früheren Lebensform und der Auslieferung an Gott, in Christus findet er den tiefsten Grund zur Freude. Es ist die Freude dass sich nichts Irdisches mehr zwischen Gott und ihn stellen kann, weil er die Welt hinter sich gelassen hat. Dieses innere Erfüllt sein von Gott drängte ihn, Lieder zu intonieren zur Ehre Gottes.
2. Freude aus Buße und Entsagung
Auch für Franz war es nicht selbstverständlich, heiter zu bleiben. Er kannte schwere Anfechtungen und Traurigkeit, aber er sah sie als teuflische Versuchungen, begab sich in die Stille und Einsamkeit, bis er wieder heiteren Gemüts zu den Brüdern zurückkehren konnte. Er wusste auch, dass es nicht auf Leistung ankam im Gottesreich, nicht auf Paukenschläge des Erfolgs, sondern auf das schlichte Tun im Namen Jesu. Er war sich auch der Unwürdigkeit seiner Berufung bewusst. Aber er fand das Gleichgewicht seiner Seele und die Freude zurück im Gebet. Thomas von Celano schreibt (II, 25): „Das sicherste Mittel gegen tausenderlei Nachstellungen des bösen Feindes ist, wie unser Heiliger zu versichern pflegte, die geistliche Freude. Er sagte nämlich: „Dann hüpft der Teufel am meisten vor Freude, wenn er einem Knecht Gottes die Freude des Geistes entreißen kann. Er trägt Staub bei sich, den er nach Belieben in die kleinen Falten des Gewissens hineinwirft, um die Sauberkeit des Gewissens und die Lauterkeit des Lebens zu beschmutzen. Wenn aber die geistliche Freude die Herzen erfüllt, dann spritzt die Schlange vergebens das tödliche Gift aus. Die bösen Geister können einem Knecht Christi nichts anhaben, wenn sie ihn mit heiliger Fröhlichkeit erfüllt sehen." So schreibt er in der Nb. R.7: “Die Brüder sollen sich als Menschen erweisen, die im Herrn fröhlich sind, heiter und liebenswürdig, wie es sich geziemt.“ Er betont auch, dass die Trauer sich wie Rost ins Herz frisst und dadurch empfänglich macht für irdische Vergnügungen
(II Cel. 125.) Die Buße war ihm ein Weg zur Freude. Die innere Heiterkeit ist für ihn nicht ein leichtes Aufblitzen in geglückten Stunden, sondern ein hart erkämpfter Sieg. Sie verträgt sich mit innerem Leiden und äußerem Schmerz und ist ständig mit ihnen verbunden. Aber die Heiterkeit des Herzens verträgt es nicht, wenn sie aus rein sinnenhaften Befriedigungen wächst.
Franz verschenkt einmal seinen Mantel und findet darin Freude; sie scheint ihm aber selbstgefällig und so demütigt er sich vor den Anwesenden. Letztlich geht es ihm darum, das Schicksal Jesu nachzuahmen. So wie der Herr in der Bergpredigt sagt: "Selig seid Ihr, wenn euch die Menschen hassen... und alles Böse fälschlich nachsagen um meinetwillen; freut euch an jenem Tage und frohlocket, denn euer Lohn im Himmel wird groß sein." (NbR. 16)
So schreibt Franz in NbR. 22,3: “Darum sind alle jene unsere Freunde, die uns ungerechter weise Drangsal und Ängste, Schmach und Unrecht, Schmerzen und Qualen, Marter und Tod antun; und diese müssen wir sehr lieben, weil wir für das, was sie uns antun, das ewige Leben erlangen“.
D.i. der schwierigste Grad der Selbstentäußerung. Aber eben darin vollendet sich der Geist des Herrn und die Brüder finden die innerste Freude im Herrn.
3. Freude an der SCHÖPFUNG
Die Naturverbundenheit des Poverello ist ein Ausdruck, dass die Schöpfung Gottes Güte und Weisheit widerstrahlt. So werden Tiere zu seinen Geschwistern. Mit der Zeit nennt er alle Geschöpfe Brüder und Schwestern und lernt mit ihnen zu kommunizieren. Wir tun uns heute schwer, das nachzuvollziehen, weil wir die Unmittelbarkeit zu den Tieren verloren haben und vom Zweck- denken bestimmt sind. Franziskus liebt fast alle Tiere, im besonderen jene, die an Christus erinnern. Die Haubenlerche erinnert ihn an seine Brüder, ihre Kapuze an die Kapuze der Brüder, ihr graues Federkleid an die dürftige Kleidung seiner Brüder. Sie picken am Wegrand Körner aus dem Mist und erheben sich dann zum Lob Gottes in die Lüfte. Die Schafe gemahnen ihn an Christus als das Lamm Gottes. Das Felsgestein erinnert ihn an Christus, den Eckstein. Das Wasser ließ ihn an die Taufe denken, das Holz an das Kreuzesholz. Der Sonnengesang ist nicht so sehr ein Loblied auf die Schöpfung selbst, die er bewunderte, sondern viel mehr auf den Schöpfer, den er preisen wollte. Für den Poverello war die gesamte Schöpfung eine greifbare Bestätigung, dass Gott uns liebend nahe ist. Und er pries Gott dafür, dass seine Schöpfung dem Menschen so nützlich ist. Bruder Sonne erleuchtet den Tag, Bruder Mond die Nacht. Mutter Erde gibt uns tägliche Nahrung und Schwester Wasser trinkt unseren Durst, ist köstlich und keusch. Den Brüdern gebot Franziskus, nur einen Teil des Gärtchens zu gestalten und im übrigen unbebaut zu lassen, damit Blumen und Gräser sich darin frei entfalten können.
Die Schöpfung ist Zeichen der strahlenden Herrlichkeit Gottes. 2 Cel. 165 gibt diese Einstellung eindrucksvoll wieder:
“In jedem Kunstwerk lobte er den Künstler; was er in der geschaffenen Welt fand, führte er zurück auf den Schöpfer. Er frohlockte in allen Werken der Hände des Herrn, und durch das, was sich seinem Auge an Lieblichem bot, schaute er hindurch auf den lebenspendenden Urgrund der Dinge. Er erkannte im Schönen den Schönsten selbst; alles Gute rief ihm zu: „Der uns erschaffen, ist der Beste“. Mit unerhörter Liebe und Hingabe umfasste er alle Dinge, redete zu ihnen vom Herrn und forderte sie auf zu seinem Lobe.“ Freilich kommt im Sonnengesang auch eine andere Haltung zum Ausdruck: Der Heilige ist sich der Unvollendetheit der Erlösung bewusst. Leid und Tod gehören zum jetzigen Leben. So am Anfang: „Kein Mensch ist würdig, dich zu nennen, Und am Ende: „Weh denen, die in schwerer Sünde sterben!“ Aber der Poverello findet auch in Leid und Tod einen Grund zu loben. Er preist Gott auch durch jene, die "Schwachheit ertragen und Mühsal", denn sie werden gekrönt werden. Ja, er lobt Gott auch durch Bruder Tod: "Selig jene, die sich in deinem allerheiligsten Willen finden." Diese LOBPREISUNGEN der Geschöpfe sind von Franziskus verfasst, im Bewusstsein, dass das Paradies verloren ist, dass uns aber die kommende Herrlichkeit geschenkt wird. Der Name Jesus kommt darin nicht vor. Aber von IHM her sieht er alles mit neuen Augen, auch die Welt, das Leid, den Tod.
4. Die VOLLKOMMENE FREUDE.
Davon wird in zweifacher Form berichtet. In den Schriften des hl. Franziskus ist die kürzere Form erhalten. Eine ausführliche Darstellung steht in den Fioretti. Als Grundlage für beide Darstellungen kann die 5. Ermahnung gesehen werden, die überschrieben ist: "Dass niemand sich stolz erhebe, sich vielmehr im Kreuz des Herrn rühme."
Möglicherweise spiegelt sich in der "Vollkommenen Freude" der wachsende Erfolg der franziskanischen Bewegung nach 1220 wieder. 1221 zählt das Mattenkapitel in Assisi mehr als 5000 Brüder, unter ihnen auch eine steigende Zahl von Gelehrten. So der Schriftsteller Thomas von Celano oder der bibelgewandte Cäsar von Speyer oder der hochgelehrte Antonius aus Lissabon. 1225 treten in der Universität Paris mehrere Professoren in den Orden ein und ihnen folgen eine Schar von Studenten. Der Poverello steigert die Erfolgsaussichten seines Ordens. Was seinem Vater im Textilgeschäft gelungen ist, kann auch im Orden möglich sein: Wachstum, Erfolge, übergroße Nachfrage. Ist darin die wahre Freude zu finden? Franziskus diktiert an Br. Leo zunächst negativ: Nicht auf Wunder oder irdische Wissenschaften kommt es an, nicht darauf, dass viele Bischöfe und Wissenschaftler zum Orden stoßen, nicht darauf, dass durch die Predigt der Minderbrüder alle Ungläubigen bekehrt werden. Sondern dann beginnt die vollkommene Freude, wenn man Unrecht und Zurechtweisung, Kälte und Schläge der Mitbrüder (auch des Pförtners von Portiunkula) in Geduld erträgt: "darin ist die wahre Freude und die wahre Tugend und das Heil der Seele." In der kürzeren Fassung steht: "Ich kehre von Perugia zurück, und in tiefer Nacht komme ich hierher, und es ist Winterszeit, schmutzig und so kalt, dass die kalten Wassertropfen am Saum des Habits gefrieren und immer an die Schienbeine schlagen, und das Blut aus diesen Wunden fließt.
Und völlig in Schmutz und Kälte und Eis komme ich zur Pforte, und nachdem ich lange geklopft und gerufen habe, kommt der Bruder und fragt: „Wer ist da?“ Ich antworte: „Bruder Franziskus."
Und er sagt: „ Geh fort. Es ist nicht die schickliche Zeit auszugehen. Du kommst nicht herein.“ Und auf weiteres Drängen antwortet er: „Geh weg! Du bist der nämliche einfältige und ungebildete Mensch. Du kommst auf keinen Fall zu uns. Wir sind so viele und solcher Art, dass wir dich nicht brauchen. Und ich stehe wiederum an der Pforte und sage: „Um der Liebe Gottes willen, nehmt mich auf in dieser Nacht. Und jener antwortet: Das werde ich nicht tun!“... Schluss: „Wenn ich Geduld habe und nicht erregt werde, darin ist die wahre Freude und die wahre, Tugend das Heil der Seele.“
Also: Keine Angst vor der vollkommenen Freude!
5. Freude im Tod
Heiterkeit im Angesicht des Todes. Ist dies möglich? Wer heute in die Gesellschaft hineinhorcht, der erfährt, dass der Tod vielfach verdrängt wird. Wir sind weit entfernt von den Gedanken eines MATTHIAS Claudius, der erklärte, der Tod sei der große Verlierer. Aber dies ist ja die zentrale Botschaft des Christentums! Nur dann kann ich fröhlich bleiben, wenn ich glauben kann, dass der Tod die entscheidende Schwelle zum Glück, zur Seligkeit ist. Nur von daher ist verständlich, dass Franziskus singend in den Tod gehen konnte. Dazu ein paar Zitate aus Thomas von Celano (II 214 -217): "Er erwartete unerschrocken den Triumph, mit verschlungenen Händen umfing er die Krone der Gerechtigkeit. So auf der Erde liegend, seines rauhen Gewandes entblößt, erhob er sein Antlitz wie gewohnt zum Himmel. Ganz in Erwartung der kommenden Herrlichkeit, bedeckte er mit der linken Hand die rechte Seitenwunde, damit man sie nicht sehe. Und er sprach zu den Brüdern: „Ich habe das meine getan, was euer ist, möge euch Christus lehren.“
Alle Brüder waren um ihn versammelt. Er streckte seine Rechte über sie aus, legte sie, beginnend bei seinem Vikar, jedem einzelnen aufs Haupt und sprach: Lebet wohl, ihr meine Söhne alle, in der Furcht des Herrn und verbleibet in ihr allezeit! Und weil Versuchung und Drangsal kommen wird, darum glücklich, die in dem beharren werden, was sie begonnen. Ich aber eile nun zu Gott, dessen Gnade ich euch alle anempfehle. JA "Schließlich lud er alle Geschöpfe zum Lobpreis Gottes ein und durch Worte, die er einstens gedichtet, forderte er sie auf, Gott zu lieben. Ja, sogar den Tod persönlich, allen schrecklich und verhasst, forderte er auf zum Lobpreis. Fröhlich ging er ihm entgegen und lud ihn ein zu Gast: “Sei willkommen, mein Bruder Tod!“
Die Freude und Gelassenheit, in der Franziskus lebte und starb, haben Menschen zu allen Zeiten erfahren. Franziskanischer Geist ist letztlich der Geist Jesu, der Menschen immer wieder inspiriert hat, als Pilger und Fremdling in dieser Welt zu leben und mit Zuversicht…(ja Freude) ihr Leben und die Welt mit Lobgesang zum Himmel zu tragen.
Euer P. Clemens Prieth OFM
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1. Reihe von
links nach rechts: Rita Artmayr, Maria Bösch, Margarethe Jausovec,
Wilhelmine Visser-Pelsma (CIOFS)Michael Welleditsch, Ewald Kreuzer,
Christine Wuchse, Helga Zachl, Brigitte Preiml, Aloisia
Brandstetter,
P. Clemes Prieth OFM,
2.
Reihe von links nach rechts: DI. Brousek Charlotte, Hildegard Koschutnik,
Otto Gieger, Birgitt Gutwenger, Reikersdorfer Klara, Waltraud Lerperger,
Elisabeth Tiefenthaler, Luise Trojer, Apolonia Trojer, Eduard Tratter,
Helmut Assam, Alois Thaler, Alois Neubauer, Amalia
Hillebrand, Hildegard Haidvogl, Alois Haidvogl, P. Samy Irudaya,
OFMCap(CIOFS),
3.
Reihe von Bildmitte nach rechts: Christine Schleinzer, Margareth Seidner,
Ulrike Geiger, Adolf Innerkofler, Karl Kothmayr, Peter Wagner, Maria Kettl,
Heinrich Hillebrand.
4.
Reihe von links nach rechts: P. Wolfgang Frühwirt OFM, Hilda Tammerle, P.
Alfred Stephan OFMCap, Walter Huber, Johann Freudenthaler, Markus Luger,
Christian Schwaranzer, Franz Janny, Johann Schleinzer, Franz Weber, Felix
Kreuzhuber, P. Erhard Mayerl OFMCap, Klaus Ender.
Ganz
im Hintergrund jemand von der Saalbedienung.
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